Miral

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Julian Schnabel, der Regisseur von "Schmetterling und Taucherglocke", "Bevor es Nacht wird" und "Basquiat", erzählt in MIRAL die zu Herzen gehende Geschichte eines jungen Mädchens, das in Ost-Jerusalem aufwächst und die Folgen von Besetzung und Krieg in ihrem Alltag zu spüren bekommt. Wie bei seinen aus Scherben gemachten Gemälden setzt Schnabel Momentaufnahmen aus Mirals Welt zusammen, um ein raues, bewegendes, poetisches Porträt einer Frau zu schaffen, deren kleine, persönliche Geschichte untrennbar mit der größeren Geschichte verwoben ist, die sich um sie herum entwickelt. Ein faszinierender Mix aus Licht, Farben, Emotionen und Tönen und der bislang persönlichste Film des großen Künstlers Julian Schnabel.

Mirals Geschichte, die sich durch verschiedene Zeitschichten und Emotionen zieht, beginnt mit der Frau, die ihre Lehrerin werden soll: mit Hind Husseini (HIAM ABBAS), die 1948 das Haus ihres Vaters in das Dar-Al-Tifl-Institut umwandelt, ein Heim und eine Schule für palästinensische Kinder. Was würden Sie tun, wenn Sie fünfundfünfzig Waisenkinder mitten im Krieg auf der Straße herumirren sähen? Für Hind lautete die Antwort: sie beschützen, eine Mauer um sie ziehen und einen sicheren Hafen bauen, in dem ihnen nichts passieren kann und in dem sie in Sicherheit lernen und anfangen können, sich eine friedlichere Welt vorzustellen.

1978: Jahre, nachdem Hind ihre Schule gegründet hat, kommt ein siebenjähriges Mädchen nach dem Tod seiner Mutter in das Institut. Das ist Miral (FREIDA PINTO) und dies ist ihre Geschichte. Sie wird behütet in den schützenden Mauern von Dar Al-Tifl aufwachsen, aber als sie sechzehn Jahre alt ist und die Intifada ihren Höhepunkt erreicht, wird Miral damit beauftragt, in einem Flüchtlingslager zu unterrichten; dort werden ihr die Kämpfe und Probleme bewusst, die ihr Erbe zu sein scheinen. Als sie sich in Hani (OMAR METWALLY), einen leidenschaftlichen politischen Aktivisten, verliebt, gerät Miral in ein persönliches Dilemma: den Weg der Gewalt zu wählen oder Mama Hinds hart umkämpftem Glauben zu folgen, dass Bildung der einzige Weg ist, einen lang andauernden Frieden zu schaffen.




LESETIPPS DER STIFTUNG LESEN:

Margret Greiner
Jefra heißt Palästina
Piper Verlag, München 2007, 253 S., € 8,95


Für die sechszehnjährige Palästinenserin Jefra gehören Kriegsszenerien zum Alltag. Sie erlebt Tag für Tag den Kampf der Bevölkerungsgruppen während der zweiten Intifada in Israel und Palästina, denn sie wächst mit ihren fünf Geschwistern in Ost Jerusalem auf. Durch die Teilnahme an dem Friedensprojekt "Bridges for Peace" reist Jefra nach New York und lebt für zwei Wochen mit israelischen Mädchen zusammen. Was sie dort lernt, verändert ihre Sicht auf den Konflikt und ihr Verhalten gegenüber der Familie.

Nathalie Abi-Ezzi
Rubas Geheimnis
Rowohlt, Berlin 2010, 286 S., € 19,95

Libanon Anfang der 80er Jahre: Die kleine Ruba ist fest davon überzeugt, dass ihr Vater von der Hexe aus dem Dorf mit einem Fluch belegt wurde und deshalb so merkwürdig still und irgendwie unberührbar ist. Eines Tages findet sie im Wald ein Glasauge und sieht darin die Bestätigung ihrer Annahme, dass der Vater verflucht ist. Sie sucht die Hexe auf, die eigentlich eine alte Dame ist und erfährt mit der Zeit warum der Vater in dieser Verfassung ist ...

Darsteller: FREIDA PINTO, HIAM ABBASS, YASMINE AL MASRI, ALEXANDER SIDDIG, RUBA BLAL, OMAR METWALLY, WILLEM DAFOE, VANESSA REDGRAVE, STELLA SCHNABEL, MAKRAM J. KHOURY, NAJWA MUBARKI, LANA ZREIK, DORAID LIDDAWI, ADHAM AQEL, YOLANDA EL-KARAM, JULIANO MERR KHAMIS, ROZEEN BISHARAT, WADEEA KHOURY, SHREDY JABARIN, SANAA ALI, JAWHARA BAKER, DOV NAVON, HASSAN TAHA

Regie: JULIAN SCHNABEL
Produzent: JON KILIK
Drehbuch und Romanvorlage: RULA JEBREAL
Ausführender Produzent: FRANÇOIS-XAVIER DECRAENE
Co-Produzent: ERAN RIKLIS
Kamera: ERIC GAUTIER
Schnitt: JULIETTE WELFLING
Produktionsdesign: YOEL HERZBERG
Kostüme: WALID MAWED
Musik: JULIAN SCHNABEL
Casting: YAEL AVIV
Associate Producer/Erster Regieassistent: SEBASTIÁN SILVA
Herstellungsleitung: UZI KARIN, EYAL SADAN
Produktionsleitung: SAAR DATNER
Special Production Advisor: HAMOUDI BOQAI
Chefbeleuchter: AVI DASBERG
Tonaufnahmen: ASHI MILO
Make-up: ZIV KATANOV
Produktionskoordinator: DORIT PEREL, NAAMA AZOULAY
Produktionskoordinator Frankreich: MARIA UZELAC

Eine französisch-israelisch-italienisch-indische Co-Produktion von
PATHÉ - ER PRODUCTIONS - EAGLE PICTURES -
INDIA TAKE ONE PRODUCTIONS
Unter Beteiligung von
CANAL + und CINECINEMA

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